Geschichte der künstlichen Nägel

1.     geschichte der künstlichen Nägel

2.     Seit wann gibt es eigentlich Nageldesign?

3.     Die geschichte der Nagelpflege und des Nagellacks

4.     Von Glitzerfarben zur French Manicure

5.     Wellness für die Nägel


1.     geschichte der künstlichen Nägel

 

Schon im Altertum gab es den Wunsch, die eigenen Nägel zu verlängern oder zu verstärken.
Pharaonen z.B. benutzten dazu Metallhülsen, die mit Ringen an die Finger gesteckt wurden.

In Thailand kann man die Verlängerung nach uralter Tradition bei den Tempeltänzerinnen
noch heute sehen.

In der westlichen Welt wurde der künstliche Fingernagel mitte der 50er Jahre wieder entdeckt.

"Spendernägel", wurden gegen geringes Entgelt z.B. Obdachlosen oder Süchtigen abgeschnitten und auf die eigenen Nägel geklebt. Natürlich hielt das Ganze nicht lange.

Das Prinzip ist aber bis heute erhalten geblieben, man verwendet allerdings jetzt "Spendernägel" aus hygienischem Kunststoff.

Das Bekleben des kompletten Nagels brachte Probleme mit sich wie geringe Haltbarkeit des
Klebers, unechtes Aussehen sowie Pilzbildung in den Hohlräumen zwischen Natur- und Kunstnagel.

Findige Visagisten versuchten deshalb, mit Teebeutelvlies und Kleber die Nägel direkt zu
verstärken, eine Technik, die auch heute noch Anwendung findet, allerdings mit Materialien wie Fiberglas oder Seide.

Der nächste Meilenstein war die Entdeckung des Kunststoff für die Nagelmodellage -
ein Zahnarzt erkannte die Möglichkeiten, die für die Zahntechnik verwendeten Acryl auch für die Nagelverstärkung zu nutzen.

In den 70er Jahren entwickelte sich aus diesem Grundbaustein in Amerika die professionelle Nagelmodellage.

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2.     Seit wann gibt es eigentlich Nageldesign?

 

Vermutlich hatte bereits Cleopatra modellierte Fingernägel aus Porzellanpulver und einer klebenden Flüssigkeit.

Kunstnägel tauchten dann wieder in den Jahren 1268 bis 1644 in China (Ming - Dynastie) auf. Die Herren der oberen Gesellschaftsschicht verstärkten ihre Fingernägel mit Reispapier, Seide oder Porzellanpulver.

Die moderne Art des Nageldesign´s bzw der künstlichen Fingernägel begann Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in den USA und gelangte erst gegen Ende der 70er nach Europa.

Anfang der 80er Jahre wurde schließlich das System der lichthärtenden Kunststofftechnik entwickelt, das sich vor allem in Europa durchgesetzt hat und heute von Nageldesignern am meisten verwendet wird. Dabei trägt man einen lichthärtenden Kunststoff auf den Nagel auf und härtet es in einem speziellen UVA- Lichtgerät aus.

Eine Nagelmodellage nimmt etwa 45 Minuten bis 1 Stunden in Anspruch. Dabei wird die auf dem Nagel befindliche Fettschicht entfernt und ein so genannter Tipp (Kunstnagel) aufgeklebt. Mit einem entsprechendem Gel wird die individuelle Nagelform gefertigt und mit UVA Licht ausgehärtet.

Die fertigen Kunstnägel sind diese für den laienhaften Betrachter nicht von Naturnägeln zu unterscheiden. Weil die Oberfläche des Gels noch einmal versiegelt wird, können Kunstnägel sowohl unlackiert als auch lackiert getragen werden.

Bei einer Naturnagelverstärkung wird an und für sich die gleiche Tätigkeit wie bei der Nagelmodellage ausgeführt. Nur werden dabei keine Tipps verwendet sondern es wird einzig der Naturnagel mit dem Gel verstärkt.

Kunstnägel sind auch eine viel versprechende Lösung für Personen, die Nägel beißen.

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3.     Die geschichte der Nagelpflege und des Nagellacks

 

1800 Kurze, leicht betonte mandelförmige Nägel sind Mode. Gelegentlich sind sie gefärbt mit parfümiertem rotem Öl und mit Lederläppchen auf Hochglanz poliert.

1830 In Europa wird ein Arzt namens Sitts von den Zahnhölzern aus Orangenholz inspiriert diese auch für die Maniküre einzusetzen. Mit seinen Orangenholzstäbchen schiebt man die aufgeweichte Nagelhaut schonend zurück. Vor dieser Erfindung entfernte man die Nagelhaut mit allerlei Geräten aus Metall, mittels Säure oder Scheren.

1900 Um die Nägel in Form zu bringen werden die Nägel mit Metallscheren geschnitten und anschließend mit Metallfeilen bearbeitet. Um ihnen mehr Glanz zu geben werden entweder zart eingefärbte Cremes oder Puder in die Nägel einmassiert. Es gibt bereits einen Vorläufer unseres heutigen Nagellacks, der mit einem Kamelhaarpinsel aufgetragen wird, aber schon nach einem Tag wieder abgeht.

1910 In New York City wird die Firma „Flowery Manicure Products“ gegründet. Sie produzieren Metallnagelfeilen und erfinden das so genannte „Emery Board“, eine Feile mit Holzkern und feinstem Granatstaub (die so genannte Papierfeile), die sie erfolgreich einführen. Das Emery Board wird zum Basisprodukt jeder Maniküre.

1917 „Schneiden Sie nicht die Nagelhaut“ warnt im November eine Werbeanzeige in der Vogue. „Machen Sie statt dessen die „Simplex Methode“ von „Home Manicuring“, für die man keine speziellen Accessoires benötigt.“ Inhalt der Simplex Muster-Maniküre-Sets sind Nagelhautentferner, Nagelpolitur, Nagellack, Nagelweißstift, Orangenholzstäbchen, Papiernagelfeile und ein Broschüre mit Lektionen zum Home Manicuring.

Immer mehr Frauen möchten glänzende Nägel und benutzen dazu Schleifmittel, Politurpasten oder -puder.

1925 Ein durchsichtiger rosaroter Nagellack kommt auf den Markt. Er wird nur in der Nagelmitte aufgetragen, der Mond und die Nagelspitze bleiben farblos. Die 20er und 30er Jahre sind für Beatrice Kaye, die bei MGM zuständig für die Maniküre ist, die Phase der „Mond-Maniküre“. Die Nagelhaut wird entfernt und der überstehende Nagel wird spitz gefeilt. Danach wird der Lack auf den Nagel, aber nicht auf den Nagelmond aufgetragen. Manchmal bleibt auch die Spitze unlackiert. In dieser Zeit verbietet es die Etikette „anständigen“ Frauen die Nägel in kräftigen oder grellen Farben zu lackieren.

1930 Hollywoods legendäre Filmdiven, wie Jean Harlow, Gloria Swanson oder Rita Heyworth, verschaffen dem Nagellack endgültig den Durchbruch und bringen ihn international in Mode. Ihr Look wirkt kultiviert und elegant und ist immer tadellos gepflegt. Die „Mond-Maniküre“ feiert mit neuen Rottönen weitere Erfolge. Gena Laboratories führen eineinen Nagellackentferner, Nagelhautöl und Nagelhautentferner ein.

1932 Charles Revson und sein Bruder Joseph, ein Chemiker, stellen mit Charles Lachman einen farbintensiven, deckenden Nagellack her, der sich streifenfrei auftragen lässt. Er basiert nicht auf Farbstoffen sondern auf neuartigen Farbpigmenten, die sich besser auflösen lassen und eine größere Auswahl an Farben ermöglichen. Es kommen Rottöne von Hellrot bis Purpurrot auf den Markt. Der Trend wird gesetzt, Lippen und Nägel in derselben Farbe zu schminken.

1934 Anna Hamburg aus Kalifornien patentiert eine künstliche Nagelfarbe, die leicht aufgetragen und entfernt werden kann, ohne den natürlichen Nagel zu beschädigen. Maxwell Lappe, ein Zahnarzt aus Chicago, erfindet „Nu Nails“, ein künstlicher Fingernagel für Nägelkauer.

1935 Eugene Rohrbach aus New Jersey patentiert einen Nagelschutz, der sich ohne Klebstoff anbringen lässt. Er wird über und unter den überstehenden Nagel geschoben.

1937 Harriet Fliegenbaum aus Minnesota erhält ein Patent auf künstliche Nagelspitzen zur Reparatur und Verlängerung von Nägeln.

1940 Rita Hayworth steht Pate für einen neuen Look: ihre langen roten Nägel sind oval gefeilt und vollständig ausgemalt, lassen also den Nagelmond nicht mehr frei. Zum Verkaufsschlager entwickeln sich kräftige Farben.

1945 Nach Ende des Weltkrieges wird auch das Make-up wieder wichtiger und die Frauen können sich auf neue Nagellacke freuen, die nun in Rot, Pink und anderen Farben zu haben sind.

1950 Die Nagellack Welt wird immer bunter und die Nagelmode bevorzugt entweder dunkle, in eine spitze Form gefeilte Nägel oder einen Naturlook mit hellen Farben und oval geformt. In den 50er Jahren gibt es auch den ersten Unterricht für Maniküren, der Vorläufer des heutigen Naildesigns.

1957 Thomas Slack erhält ein Patent für eine Schablone die unter die Nagelspitze passt und der Kosmetikerin hilft den natürlichen Nagel mit Acryl zu verlängern.

1970 Das Jahrzehnt der Kunstnägel ist endgültig angebrochen. Acryl-Nägel und Nagelverlängerungen sind jetzt viel belastbarer und fühlen sich natürlich an. Sie sind vom Naturnagel kaum noch zu unterscheiden. Der gerade abgefeilte Nagel kommt in Mode und ist zu dieser Zeit besonders gefragt. Durch die neue Technik werden extrem lange Nägel immer populärer und gelten besonders in den USA als sexy.

1972 Kamen Metallic-Nagellacke in blau und grün auf den Markt, die silberne Glitzerpartikel enthielten. Sie entwickelten sich zum Faschingshit des Jahres und wurden auch im Sommer ein Hit für Finger- und Fußnägel.

1980 Acryl wird von Fiberglas, das als neuester Stand der Technik gilt, mehr und mehr abgelöst. Die Dekoration des Nagels beschränkt sich nicht mehr nur auf einfarbigen Nagellack, durch weitere Farben, Schmucksteinchen und andere Accessoires werden die Nägel zu regelrechten Kunstwerken. Der Beruf der Nail-Designerin wird etabliert und Schulungen und Wettbewerbe sorgen für steigende Popularität.

1990 das neue Jahrzehnt beginnt kreativ mit einem Nagellackstift, der wie ein Filzstift die Farbe an den Nagel abgibt. Dann wird auch noch der erste „duftende Nagellack“ auf den Markt gebracht.

1991 Auf Wasserbasis ist ein Peel-off-Lack eingeführt worden. Er lässt sich vom Nagel abziehen und hält maximal 2 Tage.

1995 Im Film "Pulp Fiction" trug Uma Thurman erstmals den Nagellack „Rouge Noir“. So erlangte das verführerische Tiefdunkelrot des Nagellacks an großer Popularität, die bis heute anhält.

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4.     Von Glitzerfarben zur French Manicure

 

Alles, was jetzt kommt, kennen Sie vermutlich aus dem Regal Ihrer Lieblingsdrogerie! Spätestens seit den 50er Jahren ist die Welt der Nagellacke kunterbunt und vielseitig. Kultserien wie "Drei Engel für Charlie" lösten in den 70er Jahren vor allem in den Vereinigten Staaten einen wahren Hipe für künstliche Nägel aus, während hierzulande mit Glitzerpartikeln versetzte Lacke in Blau und Grün die schrillen 80er einläuteten. Geradezu erholsam setzte in den 90ern der bis heute andauernde Trend zur "French Manicure" ein, bei dem die Nägel rund gefeilt und in einem hellen Beigeton gehalten, dezent in Szene gesetzt werden. Mittlerweile sind dem Nageldesign allerdings keine Grenzen mehr gesetzt: Ausgebildete Nagelprofis kreieren mit Hilfe von Airbrush-Techniken, Strasssteinen und Nagelverlängerungen wahre Kunstwerke, die allerdings in den wenigsten Fällen alltagstauglich sind. Generell liegt momentan das dezente Nagel-Styling im Trend. Auffällige Farbtöne tauchen eher im Nachtleben oder zu besonderen Anlässen, und weniger im Berufsalltag auf, denn hier gelten insbesondere gepflegte, vielleicht in "French Manicure" oder einem ähnlich natürlichem Ton gehaltene Nägel als Aushängeschild einer Frau mit Modebewusstsein. Auch aus diesem Grund bauen immer mehr Hersteller den Bereich der Nagel- und Handpflege aus.

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5.     Wellness für die Nägel

 

In den 90ern sieht sich die nagellackbegeisterte Kundin mit jeder Menge Neuerungen konfrontiert: Duftender Nagellack, ultralanganhaltender Lack oder „Peel-Off“-Nagellacke stehen in den Regalen. 1995 trägt Uma Thurman im Tarantino-Film „Pulp Fiction“ erstmals eine neue Farbkreation aus dem Hause Chanel: Rouge Noir. Das verführerische Blutrot erlangt über Nacht Kultstatus, der bis heute anhält. Parallel dazu entwickelt sich im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts der Trend zur dezenten Maniküre. Aus Frankreich kommt die French Manicure, die sich auch im 21. Jahrhundert noch großer Beliebtheit erfreut. Heute gibt es in Punkto Nagelpflege, - Lack und - Design nichts, was es nicht gibt. Von Nagelpeelings über Nagelbäder bis zu zahlreichen pflegeölen und - Cremes bietet der Markt heute einfach alles, was die gepflegte Hand begehrt. Besonders die Marke Alessandro ist in Bezug auf Nagelpflege heutzutage ein Vorreiter. Die Firma entwickelte die Serie Nail Spa Manicure, die von der Idee ausgeht, dass nicht nur der Körper und das Gesicht einer Frau in Punkto Wellness und pflege im Mittelpunkt stehen sollten, sondern auch die Hände und Nägel. Gepflegte, attraktiv manikürte Nägel sind stets ein Eyecatcher.

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